Vielleicht verlasse ich den Weg einfach …

Gestern habe ich mit der PFH telefoniert. Und es war ein wirklich gutes Telefonat. Ganz ehrlich: Wenn ich nur nach diesem Telefonat urteilen müsste, dann würde ich voller Überzeugung bei der PFH weiterstudieren.

Die PFH hat sich bisher als wirklich gut herausgestellt. Das Lehrmaterial ist gut. Es macht teilweise richtig Spaß zu lernen.
Ihre Kommunikation bezüglich des klinischen Schwerpunkts und den Schwierigkeiten ist ausgezeichnet. Sie waren offen und ehrlich und machen keinen Hehl daraus, dass die momentane Ablehnung durch die Akkreditierungsgutachter sie eiskalt erwischt hat.

Während des Gesprächs stellte die Dame am anderen Ende auch klar, dass die Hochschule selbst ein sehr großes Interesse hat, den klinischen Schwerpunkt zu etablieren. Nur hatten sie selbst nicht mit dem Gegenwind gerechnet. Nicht in der Form. Jetzt muss dieser ganze Anerkennungsprozess nochmal aufgerollt werden, die Gutachter werden die Hochschule wohl besuchen und vermutlich wird auch die Hochschule nochmal etwas an ihrem Konzept verändern müssen. Was, das wissen sie selbst noch nicht.

Während des Gesprächs wurde mir also klar gemacht: Wir wollen das. Aber auch: Wir haben das nicht alleine in der Hand und können nicht mit Sicherheit sagen, ob es klappen wird. Nicht zu 100 %.

Es bleibt also eine Unsicherheit dabei. Niemand kann sagen, ob wir hier über eine theoretische Unsicherheit sprechen. Etwas, was sich im Nachhinein als quasi nicht existent herausstellt. Oder ob es eine reale Unsicherheit gibt, die auch im Nachhinein real gewesen sein wird.

Und dann gibt es da noch mich

Mittlerweile habe ich zwei Nächte über diese Angelegenheit geschlafen. Der erste Schock ist vorüber. Und langsam macht sich wieder eine Gelassenheit in mir breit.

Ein Gedanke ist aber die letzten Tage geblieben und hat sich nicht verändert. Nämlich der, dass ich die PFH nur ausgewählt habe, weil sie mir eine Tür öffnen kann, die ich auf anderem Wege nicht einmal erreichen könnte.

Auch wenn die PFH eine gute Hochschule ist. Auch wenn sie mir mittlerweile wirklich sympathisch geworden ist. Ich bin nur aus einem Grund da, und dieser Grund ist jetzt weg.

Klar, ich könnte jetzt neue Gründe finden, um zu bleiben. Ich könnte z. B. einen der anderen Schwerpunkte wählen und mich damit zufrieden geben. Ich könnte meine beruflichen Pläne den geänderten Umständen anpassen. Allerdings halte ich das für keine gute Strategie. Das ist genau das, was ich in der jüngeren Vergangenheit schon probiert habe. Ich weiß heute schon, dass ich mich damit langfristig nicht zufrieden geben werde. Es wäre ein fauler Kompromiss.

Ich könnte auch einfach abwarten, wie sich die Dinge entwickeln. Vielleicht wissen wir ja im Februar oder März mehr?

Aber ist das klug? Ein halbes Jahr jeden Monat 300€ zu bezahlen, wenn sich doch nur herausstellt, das wird mit der klinischen Psychologie nichts. Selbst wenn im März positive Nachrichten kämen, wäre die Frage, ob ich nicht jetzt aussteige und dann in einem halben Jahr wieder einsteige. Immerhin könnte ich dann GANZ sicher sein und nicht nur halbwegs.

Ich merke einfach, innerlich bin ich eher auf Abschied gebürstet. Dabei fällt mir das wirklich schwer und ich bin auch nicht zu 100 % sicher. Ich merke nur, dass ich mit den Steinen vor mir nichts bauen kann. Schlimmer noch, ich will nicht noch mehr Energie und Zeit rein stecken, herauszufinden, was für schöne Dinge man evtl. damit bauen könnte. Dafür habe ich in meinem bisherigen Leben schon zu viele Umwege genommen und Schleifen gedreht.

Dass es geht, dass man also etwas aus den Steinen im Weg bauen kann, daran zweifle ich nicht. Aber auch da lehrt mich meine Erfahrung, dass diese aus der Not geborenen Entscheidungen mich nicht zufrieden gemacht haben. Nicht dauerhaft. (Wenn ich da z. B. an die notgedrungenen Entscheidungen denke, die wir bei der Renovierung unseres Hauses gefällt haben – tja, heute sitze ich da und ärgere mich darüber.)

Noch ein paar Tage gebe ich mir ehe ich eine endgültige Entscheidung fälle.

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2 Kommentare

  1. Liebe Sonja,
    ich lese regelmäßig deine Beiträge und nun muss ich doch mal wieder kommentieren.
    Es tut mir so leid, dass der von dir gewählte Wechsel an die PFH nun so eine Enttäuschung zu werden scheint. Wie du sagst, selbst wenn du Uni an sich gut ist, bringt es ja nichts, wenn du damit wieder nicht an dein Ziel kommst. Das ist echt super schade. Ich hoffe du findest doch noch irgendwie deinen Weg!
    Ich bin nun fast fertig mit meinem Master und bin froh, dass ich durchgehalten habe. Gegen alle Widerstände habe ich mich nicht vom Ziel abbringen lassen und bin dabei geblieben. Das war sehr oft echt schwer und immer wieder wollte auch ich aufgeben…. Aber nun ist es bald geschafft. Puh…Ich brauche aber auch den klinischen Teil nicht für meine beruflichen Ziele.
    Ich drücke dir ganz fest die Daumen und verfolge weiter gespannt deinen Blog.
    Liebe Grüße,
    Sonja

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Sonja,

      erstmal Hut ab, dass du in Hagen durchgehalten hast. Ich halte das Durchhalten an sich für bemerkenswert, aber in Hagen ganz besonders. 😉

      Ansonsten denke ich nicht, dass ich an der PFH bleiben werde. Ich sehe aber auch keine echte Alternative für mich. Der einzige weitere Anbieter ist momentan die Diploma, und die schließe ich aus einigen Gründen aus.

      Ich merke also, dass mein Plan so, wie ich ihn mir vorgestellt habe, insgesamt nicht umzusetzen ist. Und das lässt mich doch auch nochmal nachdenken. Nämlich auch über den Plan selber. Ob tatsächlich so viel Herzblut in dieser Sache steckt, wie ich es angenommen habe.

      Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen für den Abschluss in Hagen und auch für deine weiteren Ziele.

      Bis (vielleicht) bald (du liest ja fleißig mit)

      Sonja 😉

      Gefällt mir

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